2011
12.28

Und schon kommt mein erster Gedanke:

Was ist ein Foto?

Fangen wir von vorne an: Wir nehmen unsere Umwelt war, indem wir uns in ihr bewegen und sie sowohl sehen, als auch hören, fühlen und riechen können. Die normale Wahrnehmung ist also nicht nur mehrdimensional sonder auch ‘mehrsensual’. Was sagt uns das jetzt über ein Foto? Was sagt es uns über das Stück Papier (10×15 oder 20×30 oder sogar 100×150), das ein Fotograf produziert?

Das Foto muss alleine klarkommen!

Wir können im Nachhinein den Inhalt eines Fotos nicht mehr ändern, sobald es jemand betrachtet. Und, schon gar nicht kann das der Betrachter selbst tun. Ein Foto reduziert also immer die Situation. Und zwar wird sie auf 2 Dimensionen begrenzt und an den Rändern abgeschnitten. Auch fehlt die Anfassbarkeit und das Geräusch.

Das wiederum führt logisch dazu, dass das arme kleine unschuldige Foto alles an Informationen übertragen muss, die der Fotograf vorgesehen hat. Im Idealfall hat der Betrachter Vorbildung. Wenn z.B. ein Berg der Alpen abgebildet ist, kann es sein, dass der Betrachter schon einmal in einem Gebirge war und er seine Sinneserfahrungen hinzuzieht, um das Bild im Geiste zu interpolieren. Was ist, wenn wir solch ein Foto aber einem Ostfriesen zeigen, der sein Lebtag auf einer Hallig verbracht hat?

Sicher kennt aber jeder auch zu genüge Fotos, die ohne den dazugehörigen Kontext nicht viel Aussagen. Sie nennen sich Urlaubsfotos. Auch ich fotografiere im Urlaub gerne dass, was ich dort für schön und erlebenswert hielt. Diese Fotos schaue ich mir aber danach nur selbst an, um mein Gedächtnis zu unterstützen. Evtl. zeige ich sie der Familie und Bekannten, wobei ich stets Kommentieren muss.

Was ist die Moral dieses Gedanken?

Bildaufbau und Techniken diehnen einem Zweck: Sie sollen helfen, ein Bild so aufzubauen, dass das Bild im Zweifelsfall genug Informationen übermittelt, damit der Betrachter aus dem Bild eine Situation extrapolieren kann. Ich unterliege allerdings nicht dem Irrglauben, dass die durch den Betrachter extrapolierte Situation immer der original Situation oder der Vorstellung des Fotografen entspricht.

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